El Niño – ist es wieder Zeit für das folgenschwere Klimaphänomen?

El Niño, so nennt sich ein Klimaphänomen, das alle paar Jahre das Wetter in vielen Teilen der Welt auf den Kopf stellt und mitunter schwere Umweltkatastrophen verursacht. Nach mehreren Jahren der Ruhe deuten die Bedingungen im Pazifik aktuell wieder auf eine El Niño-Phase hin – und das könnte weitreichende Konsequenzen haben.

Was genau ist der El Niño?

El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen, das im Pazifik vor Südamerika entsteht. Der Ozean dort verbindet ein Hochdruckgebiet vor der Westküste Südamerikas mit einem Tiefdruckgebiet vor der Ostküste Australiens. In der Regel kommt es in dieser Region zu Passatwinden. Diese schieben das warme Oberflächenwasser nach Westen und kühles Wasser aus der Tiefe strömt nach. Die daraus entstehende kalte Strömung nennt sich Humboldtstrom, ist besonders nährstoffreich und sorgt für ein ausgeglichenes Meeresklima.

In El Niño-Jahren ist das anders. Die Passatwinde schwächen ab und ändern teilweise sogar ihre Richtung. Durch die veränderte Strömung wird der Humboldtstrom abgeleitet. Da so kein kaltes Wasser mehr aus den Tiefen hochkommen kann, erwärmt sich das Oberflächenwasser des Pazifiks.[1]

Welche Folgen hat der El Niño?

Das hat weitreichende Folgen: Nicht nur führt die Erhöhung der Wassertemperatur zum Absterben von Korallen und Plankton im Pazifik, wodurch vielen Fischen und anderen Meeresbewohnern die Nahrungsgrundlage fehlt. Auch die Wetterverhältnisse an Land ändern sich vielerorts enorm.

Generell trockene Regionen, wie die Westküste Süd- und Nordamerikas oder Ostafrika, werden feuchter und teilweise von starken Regenfällen und Überschwemmungen geplagt. Südostasien, Südafrika, Australien oder der Amazonas erleben hingegen starke Dürren und höhere Temperaturen, die verstärkt zu Waldbränden und Buschfeuern führen können.[2]

Zusammengefasst: Das Wetter steht Kopf!

Prognosen für 2023

Nun scheint es wieder an der Zeit zu sein: Vor wenigen Wochen teilte die Weltwetterorganisation (WMO) mit, dass im Pazifik erstmals seit 2016 wieder El-Niño-Bedingungen beobachtet wurden. Demnach sei in der zweiten Jahreshälfte mit großer Wahrscheinlichkeit mit Wetteranomalien zu rechnen.[3] Andere Behörden, wie die US-Atmosphärenbehörde NOAA, sprechen sogar heute schon von einem Beginn des El Niño.[4]

Besonders besorgniserregend: Der El Niño-Effekt könnte die eh schon spürbaren Folgen des Klimawandels in den kommenden Monaten und Jahren verstärken und in den betroffenen Gebieten zu noch extremeren Temperaturen und Wetter-Ereignissen führen als ohnehin schon.[5]

Folgen für unsere Produzenten

Neben den schlimmen Folgen für Mensch und Natur, stellt das natürlich auch die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Wetterkatastrophen wie Starkregen, Überflutungen oder Dürreperioden könnten in der kommenden Zeit verstärkt zu Ernteausfällen in den betroffenen Gebieten führen, die im ganzen Markt spürbar wären.

Davon betroffen wären voraussichtlich auch unsere ecuadorianischen Bananenproduzenten: „Gerade den kommenden Wintermonaten blicken unsere Produzenten mit Sorge entgegen“, so Karlsson Port, Geschäftsführer von Port International Bananas und Port International Organics GmbH. „Sie befürchten starke Regenfälle, die die Produktqualität mindern und zu Bananen-Krankheiten und Ernteausfällen führen könnten.“ Die Vorbereitungen auf mögliche Unwetter seien daher schon in vollem Gange, so Karlsson Port. Man lege und optimiere beispielsweise Wasserdrainagen, um bei möglichen Regenfällen das Wasser besser abfließen zu lassen. Am liebsten wäre es allen Beteiligten aber natürlich, wenn es nicht so weit kommt und sich die Intensität eines El Niño in Grenzen hält.

Quellen

  1. https://www.planet-wissen.de/natur/klima/klimaforschung/pwieelniodasunheilkommtzuweihnachten100.html
  2. https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/klima-el-nino-wetter-100.html
  3. https://public.wmo.int/en/media/press-release/world-meteorological-organization-declares-onset-of-el-ni%C3%B1o-conditions
  4. https://www.weather.gov/news/230706-ElNino
  5. https://www.tagesschau.de/wetter/wetterthema/wetterphaenomen-el-nino-100.html