Trinkwasserprojekt in Kambodscha

Wasser ist ein elementarer Bestandteil unseres Lebens. Doch obwohl zwei Drittel unserer Erde mit Wasser bedeckt sind, sind nur 0,3 Prozent davon trinkbar. Etwa 2 Milliarden Menschen auf unserem Planeten bekommen das tagtäglich zu spüren, denn sie haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Allein in Kambodscha ist etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung von diesem Problem betroffen.

Um Wasser trinkbar zu machen, kochen viele Familien es über einer offenen Flamme mit Holz oder Kohle ab. Dabei entstehen nicht nur CO2-Emissionen, sondern auch giftiger Rauch, der unter anderem Atemwegs-, Herz- und Augenkrankheiten verursachen kann. Zudem wurden in den vergangen 20 Jahren deswegen bereits rund 20 % der gesamten Waldfläche in Kambodscha abgeholzt und als Feuerholz verwendet.

Genau hier setzt das zertifizierte Trinkwasserprojekt an. Über unseren Partner ClimatePartner investieren wir rund 50 % unserer Kompensationen in dieses Projekt. Ziel dabei ist, den Familien in Kambodscha mithilfe von subventionierten Keramik-Wasserfilter-Systemen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu verschaffen, ohne dabei klimatische oder gesundheitliche Schäden zu verursachen.

Der Wasserfilter von der NGO Hydrologic trägt den schönen Namen „Tunsai“, was übersetzt „Kaninchen“ bedeutet. Ein Kaninchen hilft im kambodschanischen Volksglauben dabei, Probleme zu lösen. Für die Lösung des Trinkwasserproblems wird hier nichts weiter benötigt als Reishülsen, Ton und Wasser. Aber wie funktioniert das Ganze genau?

Beim Brennen der Krüge hinterlassen die Reishülsen winzige Poren im Ton und bilden so eine physische Barriere gegen Bakterien und Viren. Die fertigen Krüge werden dann mit einer Silberlösung behandelt, welche Keime zusätzlich abtötet.

Der Vorteil dabei: Die Filter können direkt ohne den Einsatz von Chlor oder Elektrizität verwendet werden. Kolibakterien und andere Bakterien werden effektiv beseitigt, ohne dass dafür Wasser abgekocht werden muss. Das ist enorm wichtig, denn auch heute sterben immer noch zahlreiche Menschen an Durchfallerkrankungen, weil sie unter mangelnden Hygienebedingungen leben und nur mit verunreinigtem Trinkwasser versorgt sind. Zusätzlich kommt es durch die erheblich reduzierte Rauchbildung zu viel weniger Atemwegs-, Herz- und Augenerkrankungen.

Und die Bedeutung fürs Klima? CO2-Emissionen entstehen erst gar nicht! Durch die Nutzung eines Keramikfilters werden die Emissionen pro Jahr um 528 kg CO2 gesenkt, die Luftqualität in den Wohnräumen verbessert und eine weitere Rodung der Wälder verhindert.

Positive Auswirkungen auf die Bevölkerung

Das Trinkwasserprojekt ist mehr als nur ein Klimaschutzprojekt. Die Wasserfilter versorgen nicht nur eine fünfköpfige Familie über fünf bis sieben Jahre mit sauberem Trinkwasser, sondern wirken sich auch positiv auf das wirtschaftliche und soziale Wohlergehen in der Region aus. Die lokale Herstellung und Verteilung der Wasserfilter schafft Arbeitsplätze vor Ort und bringt wichtiges Know-how in die Bevölkerung. Frauen, die vorher bis zu 6 Stunden am Tag mit der Beschaffung von Feuerholz beschäftigt waren, können in der dazugewonnenen Zeit nun anderen Tätigkeiten nachgehen.
Zudem betreibt Hydrologic neben dem Verkauf der Wasserfilter auch Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung. Dabei geht es um die Bedeutung von sauberem Wasser, Hygienemaßnahmen, Übertragungswege von Krankheiten u. v. m.

Die Vielzahl der positiven Effekte auf das Klima, die Wirtschaft und das soziale Zusammenleben haben uns überzeugt, in Kambodscha aktiv zu werden und in das Trinkwasserprojekt zu investieren. Ein weiterer Grund, warum wir in dieses Projekt investieren, ist die Gold-Standard-Zertifizierung. Sie ist der höchstmögliche Standard für Projekte im freiwilligen Kompensationsmarkt, die nachweislich zur Reduktion von Treibhausgasen führen und gleichzeitig gut für die lokale Umwelt und sozialen Belange der Bevölkerung sind.

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